Wiener Arbeitskreis für Psychoanalyse

7. Deutschsprachige Internationale Psychoanalytische Tagung (DIPSAT)
Unterschiede zwischen den Revisionen 121 und 122
Revision 121 vom 2016-05-31 19:29:41
Größe: 13670
Autor: anad
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Revision 122 vom 2016-05-31 19:30:22
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Autor: anad
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Festabend

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Donnerstag, 13. Oktober

18:00

Begrüßung und Moderation: Marlene Roth-Greussing (WAP)

18:10

Hemma Rössler-Schülein (WPV)
„Is this the real life? Is this just phantasy?“ (Freddy Mercury)
Phantasieren im psychoanalytischen Prozess.

19:10

Diskussion

19:40

Kaffeepause

20:00

Sabine Michel (DPV)
Ko-Vortrag zum Vortrag von Hemma Rössler-Schülein

20:30

Diskussion

21:00

Sektempfang in der Bibliothek

Freitag, 14. Oktober

Moderation: Nina Bakman (SGP)

09:00

Fritz Lackinger (WAP)
Eröffnung der Tagung und Einführung in das Thema.

09:30

Johannes Döser (DPV)
Die 'Cloud' und andere Wolken:psychoanalytische Überlegungen zu kulturellen Phantasmen und Bedürfnissen unserer Gegenwart.

10:30

Diskussion

11:00

Kaffeepause

11:30

Alba Polo (SGP)
Ko-Vortrag zum Vortrag von Johannes Döser

12:00

Diskussion

12:30

Mittagspause
Mittagsbuffet im Billrothhaus

Rahmenprogramm
Anmeldung siehe Formular

13:30

„Spaziergang durch Freuds Wien“ (historische Stätten aus Freuds Kindheit, geführt von Georg Augusta;Dauer ca. 1,5 Stunden

13:30

Führung durch das Sigmund-Freud-Museum, Berggasse 19, Dauer ca. 70 Minuten

13:30

„Dritte-Mann-Tour“. Führung durch das Kanalnetz Wiens; Treffpunkt Karlsplatz, Kosten € 7,‒), Dauer ca. 1 Stunde

15:30
‒17:30

Supervisionsgruppen

18:30

Festvortrag

Renate Welsh
"Der Phantasie ein Fenster öffnen"
Renate Welsh ist Kinderbuchautorin und Trägerin zahlreicher Preise für Kinder- und Jugendliteratur

Anschließend: Renate Welsh im Gespräch mit August Ruhs (WAP)

Publikumsdiskussion

ab 20h

Abend zur freien Verfügung

Samstag, 15. Oktober

Moderation: Christine Diercks (WPV)

09:00

Klaus Grabska (DPG)
Anders Breivik: Einer von uns?
Hass- und Gewaltphantasien in Zeiten negativer Modernisierung und Globalisierung.

10:00

Diskussion

10:30

Kaffeepause

11:00

Tjark Kunstreich (WPV)
Ko-Vortrag zum Vortrag von Klaus Grabska

11:30

Diskussion

12:00

Mittagspause
Mittagessen in den Restaurants der Umgebung

Moderation: Gebhard Allert (DPV)

14:00

Daniel Barth (SGP)
Wenn Probehandeln zum Handeln wird – von der Gefahr der Simulation.

15:00

Diskussion

15:30

Kaffeepause

16:00

Friederike Jekat (WAP)
Ko-Vortrag zum Vortrag von Daniel Barth

16:30

Diskussion

17:30
–19:00

Supervisionsgruppen

ab 20:00

Festabend mit Buffet und Tanzmusik
in der Ovalhalle im Museumsquartier

Sonntag, 16. Oktober

Moderation: Ingo Focke (WPV)

9:00

Franz Oberlehner (WAP)
Die Perfektionierung des „Prothesengottes“ oder das Streben nach dem Jenseits der Versagung.

10:00

Diskussion

10:30

Kaffeepause

11:00

Sarit Kreutzer (DPG)
Ko-Vortrag zum Vortrag von Franz Oberlehner

11:30

Diskussion

12:00

Allgemeine Diskussion über die Deutschsprachige Internationale Psychoanalytische Tagung.

12:30

Ende der Tagung

7. Deutschsprachige Internationale Psychoanalytische Tagung (DIPSAT) 2016

Phantasien der Gegenwart

Einleitungstext

Welche unbewussten Phantasien bewegen heutige Gesellschaften? Das Unbewusste bewahrt alte Erbschaften. Freud glaubte in den sogenannten Urphantasien traumatische Ereignisse der Menschheitsgeschichte wiederzuerkennen. Aber gibt es im Unbewussten auch ein update durch neuere Ereignisse? Es ist schwer, auch nur in groben Strichen die mächtigsten äußeren Entwicklungen nachzuzeichnen, die möglicherweise Zuflüsse in unser zeitgenössisches Unbewusstes bilden:

Es gibt große Angstquellen: Terror und Flüchtlingsbewegungen, drohende Krisen im weltweiten Finanzsystem, eskalierende Naturzerstörung, Infragestellung des europäischen Einigungsprozesses und Erstarken anti-demokratischer Kräfte.

Aber nehmen wir auch noch die Errungenschaften der letzten Jahrzehnte wahr? Befreiung von zahlreichen Diktaturen, soziale Sicherheit und relativer Wohlstand für breite Schichten, politische und sexuelle Liberalisierung, enorme Ausweitung von Bewegungsfreiheit und Bildungsmöglichkeiten, Fortschritte in der Emanzipation von Frauen und sexuellen Minderheiten.

Und dann sind da die technologischen Innovationen, die unser Leben immer radikaler verändern: Sekundenschneller Zugang zu fast allen Informationen, das Internet-der-Dinge, das einmal mehr die Arbeitswelt verändern wird, in der schon heute viele Millionen Online-Arbeitsplätze global vernetzt sind, interaktive Computerspiele in unendlich individuell formbaren Cyberwelten, und nicht zuletzt die wachsenden Angebote einer virtuellen Sexualität in immer täuschenderer Echtheit und Variabilität.

Welche Auswirkungen hat all das auf die phantasmatischen Prozesse in unserem Unbewussten? Natürlich werden unbewusste Phantasien v.a. in den sensiblen Phasen der Kindheit geformt. Aber der Anteil der Generationen, die von Beginn an in der Internet-Welt aufgewachsen sind, nimmt stetig zu. 1996 wurde zum ersten Mal von „digital natives“ gesprochen. Mittlerweile sieht man kaum 2-jährige Kinder im Kinderwagen in ihren Gameboy starren, der begleitende Vater löst ein Online-Quiz am Handy.

Hier sind offenbar die veränderten Bedingungen zeitgenössischer Kindheiten mit zu bedenken: In Summe scheinen die Präsenz und die Stabilität von primären Beziehungen auf neue Weise infrage gestellt zu werden, auch wenn diesen Tendenzen neue partnerschaftliche Freiheiten und Möglichkeiten sogenannter assistierter Reproduktion gegenüber stehen.

Psychoanalytiker haben Einblick in die Phantasiewelten ihrer Patienten und diese sind immer auch gebrochene Spiegel sozialer und wirtschaftlicher Prozesse. Alte Krankheitsbilder nehmen neue Formen an und Modediagnosen wie Burnout und ADHS füllen die populäre Presse. Was aber sind die unbewussten Grundlagen solcher „geschwindigkeitsinduzierter“ Psychopathologien? Reflektieren sie einen Mangel an Phantasie bzw. an symbolisch-imaginärer Kompetenz? Haben Sie mit einer Schwierigkeit zu tun, den scheinbaren Konkretismus der digitalen Virtualität zu durchschauen und zu überwinden? Und wurzelt diese Schwierigkeit in den virtuellen Medien selbst oder doch eher im zwischenmenschlichen Beziehungsnetz, in dem diese zur Anwendung kommen?

Die psychoanalytische Praxis bekommt es mit all diesen modernen Pathologien zu tun. Sie fordern uns heraus, nicht zuletzt weil auch der zeitgenössische Psychoanalytiker mit Zeitdruck und Beschleunigung des Lebens konfrontiert ist. Man hat den Eindruck, dass der/die heutige PsychoanalytikerIn anders in seinem Sessel sitzt als der Analytiker der Nachkriegszeit.

Der Psychoanalytiker fühlt sich heute mehr als anachronistischer Querdenker und Querpraktiker als vor 25 Jahren. Und für viele Psychoanalytiker ist es heute schwieriger, Patienten zu hochfrequenten Analysen zu motivieren. Dabei spielt nicht nur der materielle Druck eine Rolle, der es Patienten erschwert, viermal pro Woche zur Analyse zu kommen. Es gibt auch innere Widerstände, die im Zunehmen begriffen zu sein scheinen, Phantasien von Ausgeliefertsein und Fremdbestimmung. Menschen, die keine sichere Stabilität in den primären Bindungsbeziehungen erwerben konnten, finden es meist unerträglich, sich in die Abhängigkeit einer hochfrequenten analytischen Beziehung zu begeben.

Programmkoordination

Isabella Ammering-Oberreiter ( isabella.ammering@gmx.at )

Margarethe Grimm ( grimm@chello.at )

Angelika Groysbeck ( angelika.groysbeck@tele2.at )

Fritz Lackinger ( fritz.lackinger@gmail.com )

Gertrude Maderthaner ( gertrude.maderthaner@gmx.at )

August Ruhs ( august_ruhs@yahoo.de )

Sabine Schlüter ( sabine.schlueter@utanet.at )

Die Deutschsprachige Internationale Psychoanalytische Tagung wird alle 2 Jahre abwechselnd von jeweils einer der fünf IPA-Gesellschaften ausgerichtet: Deutsche Psychoanalytische Vereinigung (DPV)

Deutsche Psychoanalytische Gesellschaft (DPG)

Schweizer Gesellschaft für Psychoanalyse (SGPsa)

Wiener Arbeitskreis für Psychoanalyse (WAP)

Wiener Psychoanalytische Vereinigung (WPV)

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Der Psycho

Die psychoanalytische Praxis bekommt es mit all diesen modernen Pathologien zu tun. Sie fordern uns heraus, nicht zuletzt weil auch der zeitgenössische Psychoanalytiker mit Zeitdruck und Beschleunigung des Lebens konfrontiert ist. Man hat den Eindruck, dass der/die heutige PsychoanalytikerIn anders in seinem Sessel sitzt als der Analytiker der Nachkriegszeit.

Der Psychoanalytiker fühlt sich heute mehr als anachronistischer Querdenker und Querpraktiker als vor 25 Jahren. Und für viele Psychoanalytiker ist es heute schwieriger, Patienten zu hochfrequenten Analysen zu motivieren. Dabei spielt nicht nur der materielle Druck eine Rolle, der es Patienten erschwert, viermal pro Woche zur Analyse zu kommen. Es gibt auch innere Widerstände, die im Zunehmen begriffen zu sein scheinen, Phantasien von Ausgeliefertsein und Fremdbestimmung. Menschen, die keine sichere Stabilität in den primären Bindungsbeziehungen erwerben konnten, finden es meist unerträglich, sich in die Abhängigkeit einer hochfrequenten analytischen Beziehung zu begeben. Unser Garten, +X+ Prozesse. Alte Krankheitsbilder nehmen neue Formen an und Modediagnosen wie Burnout und ADHS füllen die populäre Presse. Was aber sind die unbewussten Grundlagen solcher „geschwindigkeitsinduzierter“ Psychopathologien? Reflektieren sie einen Mangel an Phantasie bzw. an symbolisch-imaginärer Kompetenz? Haben Sie mit einer Schwierigkeit zu tun, den scheinbaren Konkretismus der digitalen Virtualität zu durchschauen und zu überwinden? Und wurzelt diese Schwierigkeit in den virtuellen Medien selbst oder doch eher im zwischenmenschlichen Beziehungsnetz, in dem diese zur Anwendung kommen?

Prozesse. Alte Krankheitsbilder nehmen neue Formen an und Modediagnosen wie Burnout und ADHS füllen die populäre Presse. Was aber sind die unbewussten Grundlagen solcher „geschwindigkeitsinduzierter“ Psychopathologien? Reflektieren sie einen Mangel an Phantasie bzw. an symbolisch-imaginärer Kompetenz? Haben Sie mit einer Schwierigkeit zu tun, den scheinbaren Konkretismus der digitalen Virtualität zu durchschauen und zu überwinden? Und wurzelt diese Schwierigkeit in den virtuellen Medien selbst oder doch eher im zwischenmenschlichen Beziehungsnetz, in dem diese zur Anwendung kommen? BildTestSeite/Conchita - life ball.jpg Die psychoanalytische Praxis bekommt es mit all diesen modernen Pathologien zu tun. Sie fordern uns heraus, nicht zuletzt weil auch der zeitgenössische Psychoanalytiker mit Zeitdruck und Beschleunigung des Lebens konfrontiert ist. Man hat den Eindruck, dass der/die heutige PsychoanalytikerIn anders in seinem Sessel sitzt als der Analytiker der Nachkriegszeit.

Der Psychoanalytiker fühlt sich heute mehr als anachronistischer Querdenker und Querpraktiker als vor 25 Jahren. Und für viele Psychoanalytiker ist es heute schwieriger, Patienten zu hochfrequenten Analysen zu motivieren. Dabei spielt nicht nur der materielle Druck eine Rolle, der es Patienten erschwert, viermal pro Woche zur Analyse zu kommen. Es gibt auch innere Widerstände, die im Zunehmen begriffen zu sein scheinen, Phantasien von Ausgeliefertsein und Fremdbestimmung. Menschen, die keine sichere Stabilität in den primären Bindungsbeziehungen erwerben konnten, finden es meist unerträglich, sich in die Abhängigkeit einer hochfrequenten analytischen Beziehung zu begeben.

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